Archiv der Kategorie: Allgemein

Allgemein

Eine Sammlerin und ihre Passion

Artikel im Tagblatt von St. Gallen

Blick in die Ausstellung im Kunstmuseum Appenzell

Kunstmuseum Appenzell

Bauen mit dem Pinsel

Ferdinand Gehr hat mit Malerei an Architektur weitergebaut. Weil er in Kirchen gemalt hat, wird er von der Kunstgeschichte geflissentlich  übergangen. Das Kunstmuseum Olten macht sein Werk wieder sichtbar:

Besprechung im St. Galler Tagblatt

Nichts wie raus!

Landschaft? Landschaft!

Im on.off Projekt- und Ausstellungsraum auf dem Lagerplatz 2 in Winterthur ist gerade eine spannende Begegnung im Gange. Zwei Landschafts-filmer? -maler? -performer? Erkunden das Genre Landschaftsdarstellung auf überraschend neue Art und Weise. Nino Baumgartner (Bern/Zürich) und Bignia Wehrli (Berlin / Sternenberg) suchen neue Wege in vermeintlich ausgetretenem Terrain.

Die Helgen kennen wir aus allen Museen: Knorrige Tanne, steiler Berg in mystischem Dunst im Hintergrund, Wasser, Fels, Natur eben. Alles opulent in Öl und so. Immer wieder schön, aber eben oft auch nur für Kenner. Am der schönen Pyramide des Niesen, der über dem Thunersee thront, haben sich schon so viele Künstler abgearbeitet. Ferdinand Hodler, Johannes Itten,  Paul Klee, und viele andere.

Baumgartner macht aus den Niesen ein ganzes Manöver. Mit Rucksack und allerhand Survival-Stuff klettert er am Niesen herum und filmt mit einer Go-Pro seine Exkursionen. Bild für Bild reiht sich so der Berg, die Aussicht, sein Gestein, seine Flanken und Pflanzen zu einer eigenwilligen Performance. Spannend ist, was man nicht sieht: Die Pyramide.

Bignia Wehrli beschäftigt sich mindestens so sehr wie mit ihrem Sujet mit der Technik, wie sie das Sujet sichtbar machen kann. Der Ingenieurskunst sind dabei keine Grenzen gesetzt. In der aktuellen Arbeit lässt sie einen Schreibmaschinenkoffer, der zur Lochkamera umgebaut worden ist, die Töss von Wila nach Winterthur hinabtreiben. Auf dem Fotopapier entstanden je nach Sonnenstand und Strömung sieben unterschiedliche, schwarze Kreise. Je nach «Wellengang» erscheinen die Kreise verwackelter oder schärfer.

Kombiniert im einstigen Ofen der Sulzer verschmelzen die Arbeiten zu einer spannenden Performance. Lydia Wilhelm und Nicole Seeberger ist in dieser Location wieder ein ganz spezieller Coup geglückt, den man gesehen haben muss.

Bis 12. November, Do 17- 20 Uhr, Fr 17-20 Uhr, Sa 14 – 17 Uhr

On.off

Lust an der Vergänglichkeit

Manchmal trifft man an überraschenden Orten überraschende Kunst. Zwischen altem Industriekanal und Rastplatz Otelbach an der viel befahrenen Kempttalstrasse bei Illnau haben die Zürcher Künslter Nico Lazula und Ruedi Staub / LAST eine eigenwillige Kunstinstallation aus bemaltem Holz in die Landschaft gesetzt. Sie hält bis am 10. Juli – dann wird sie abgebaut – doch dies ist Konzept.  Titel: Leftovers_6. Lust an der Vergänglichkeit weiterlesen

Abgetaucht

abwesenheitsnotiz

Ein Gastbeitrag von Sylvia Oehninger

Eine junge Frau kündigt ihren Job, weil sie endlich etwas tun möchte, was sie wirklich will. Das ist gar nicht so einfach. Doch die Autorin Lisa Owens macht im Roman „Abwesenheitsnotiz“ aus dem Leben der jungen Claire Flannery eine spannende Geschichte.
Sie nimmt uns mit auf eine langsame, ereignisarme, an Umwegen reiche Reise. Wir lernen die Tage der Protagonistin kennen, die Wettbewerbe ausfüllt, Bücher über Karriere liest, fern sieht, aus dem Fenster schaut und die Menschen in der U-Bahn und auf der Strasse versunken betrachtet.
Je länger der Zustand andauert, desto weniger weiss sie, was sie tun soll und desto eher rechtfertigt sie sich vor ihren aktiven, erfolgreichen Freundinnen, dass sie immer noch keinen neuen Job hat.
Kommt dazu, dass sie sich mit ihrer Mutter zerstritten hat, die sich nicht mehr meldet und ihre Grossmutter reagiert auf das Angebot Claires, ihr zu „helfen“ mit hochgezogenen Augenbrauen.
Die hilflosen Vermittlungsversuche des Vaters, Clairs Alkoholabstürze, die Haushaltzanks mit ihrem Freund Luke sind jedoch so plastisch und oft auch lustig erzählt, dass wir Claire allmählich lieb gewinnen. Und wir hoffen mit ihr, dass sie, wenn sie „nur genug Selbstoptimierungspodcasts und Erfahrungsberichte von Finanzhaien reinzieht, die jetzt Kunsthandwerk am Küchentisch betreiben, dann muss sich doch die Lösung von selbst offenbaren, irgendwo und irgendwann?“

Lisa Owens, Abwesenheitsnotiz, Piper Verlag 2016

Putzmunter

putzen

Ein Gastbeitrag von Sylvia Oehninger, Winterthur

Ein Buch über das Putzen? Was soll das? Gibt es nicht schon genug Ratgeberbücher? Dieses ist anders: Die finnische Kulturwissenschaftlerin Maria Antas erforscht in „Wisch und weg“ das Putzen in Theorie und Praxis vom Wischmob bis zur Federwedel. Es geht um Fragen wie: Soll ich eine Putzfrau anstellen? Wann ist es wirklich sauber? Soll ich auf Knien putzen? Soll ich putzen oder schreiben? Putzmunter weiterlesen

Lülü – der Merlin-Versteher

lulu

Ein Schelmenroman

Welcher Teufel den Publizisten Willi Wottreng geritten hat, dass er für sein Romandébut „Lülü“  ausgerechnet das Tösstal als Tatort wählt, wissen mangels Geiern vielleicht die Auerhähne oder Gämsen, die sich da hinten  zwischen Tössstock und Schauenberg gute Nacht sagen. Aber lustige Geschichten gibt es auch in der Provinz. Und die ist irgendwo um die Ecke zwischen Turbenthal, Kollbrunn und Rikon.

Dass die Tösstaler zuweilen schlimme Finger sind und die eine oder andere Leiche im Keller haben, hat jüngst das  Autorenduo Roswitha und Jacques Kuhn – er der einstige Chef der Pfanni in Rikon – in seinen Regiokrimis schonungslos enthüllt. Doch wer vom Sachbuchautor und Wottreng einen solchen Regionalthriller erwartet hat, liegt falsch. Zwar hat das Tal als Bio- und Soziotop unwiderstehlichen Thrill-Appeal. Täuferhöhlen, dunkle Wälder, moderige Gewässer und schattige Hügel, Stündeler, Prediger, Weber, Spinner, Baulöwen und Dörfler, die sich schon über Thurgauer xenophob echauffieren können. Das Chelleland ist auch eine Geisterbahn. Aber das Setting des Romans geht über Lokalkolorit hinaus. Lülü – der Merlin-Versteher weiterlesen

Verschleierte Mannsbilder

Susan Schoch Reise Mixed Media Tüll und STickerei Mixed Media

Zwischen Nil und Töss

Die in der Galerie am Eulachpark gezeigten Arbeiten unter dem Titel „Zwischen Nil und Töss“ spiegeln einerseits die Auseinandersetzung der Künstlerin Susan Schoch mit Eindrücken, die sie auf verschiedenen Reisen nach Ägypten gesammelt hat, andererseits sind die Werke Ausdruck eines zähen Ringens um die Frage nach der kulturellen Zugehörigkeit und nach der eigenen Identität. Eine humorvolle und kluge Abrechnung mit Mannsbildern. Am Freitag 13. März war Vernissage.

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