Die grosse Regionale

Karin Birkenmeier Lydia Willhelm Lydia Willhelm Esther Mathis Hallen-Abteil Kunstwerke von Matthis und Birkenmeier Die Grosse Regionale im Kunst(zeug)haus Sandra Kühne Karin Kurzmeyer Karin Birkenmeier 7 Crosspoint Bianco Graf Jürg Matthys

„Die Grosse Regionale in Rapperswil“, Kunstzeughaus
Die neue Lust auf Provinz
Tot oder teuer muss einer sein, sonst gilt er oder sie in der Kunst als „provinziell“. Dass quicklebendige Kunstschaffende ohne mega-metropolitane Atelierstandorte (und entsprechende Preise) einen so richtig begeistern können, das zeigt zum einen die aktuelle Dezemberausstellung im Kunstmuseum Winterthur, sowie die „Grosse Regionale“ im Kunst(Zeug)haus in Rapperswil. Clever hier vom Kurator Lorenz Wiederkehr um die Stadt Zürich und Winterthur erweiterte Regionalbegriff. So konnte einer aus dem Vollen schöpfen– und die Besten der Besten aus Samstagern, Weesen, Rapperswil, oder Wildberg ZH den Zürchern, Luzernern oder Baslern oder den Berlinern mit Schweizer Wurzeln entgegenstellen. Ist eine Regionale keine Pflichtübung wie so häufig in vielen Museen (aber immer seltener!), wird sie zu einem Schauplatz für Kreativität abseits ausgetretener Hypes. Viel Risikobereitschaft ist zu sehen, selbst von einer 89-jährigen Teilnehmerin!
So konnte einer aus dem Vollen schöpfen– und die Besten der Besten aus Samstagern, Weesen, Rapperswil, oder Wildberg ZH den Zürchern, Luzernern oder Baslern oder den Berlinern mit Schweizer Wurzeln entgegenstellen. Ist eine Regionale keine Pflichtübung wie so häufig in vielen Museen (aber immer seltener!), wird sie zu einem Schauplatz für Kreativität abseits ausgetretener Hypes. Viel Risikobereitschaft ist zu sehen, selbst von einer 89-jährigen Teilnehmerin!
Jahrgang 1987 ist der letzte, ob unter den 275 Bewerberinnen und Bewerbern, die sich für die 33 Plätze auf den 1500 Quadratmeter beworben haben, noch jüngere gab, entzieht sich unserer Kenntnis. Jedenfalls sind die „amuse-gueules“ von Karin Kurzmeyer (1987, Zürich) kurzweilig, vielschichtiger ist Esther Mathis Installation aus hängenden Reagenzgläsern, die im Wind eines Ventilators so etwas wie Schwarmintelligenz veranschaulichen. Kunsthistorisch reflektiert die surrealistisch angehauchten Berg-Gemälde von Jürg Matthys aus Siebnen, die Ustemerin Karin Birkenmeier sampelt munter Pop-Art, Stilleben und psychedelische Motive, die eher auf einem Bildschirm als auf einer Leinwand zu erwarten wären. Trends? Fehlanzeige. Zukunftsweisendes? Wozu auch. Hier behauptet jeder und jede seine Sichtweise, seinen Blick auf die Welt auf die Kunst, sich selbst oder was/wen auch immer. Aus der Perspektive von Arth, Uster oder Sieben fällt das Resultat witzig bis umwerfend spannend aus, tiefgründig oder zwischenhinein ehrlich gesagt auch etwas oberflächlich. Aber hier kriegt man wieder so richtig Lust auf Provinz. Künstler mit Atelierstandorten Berlin, Wien, Zürich oder Basel dürfen stolz sein, hier ausstellen zu dürfen. 
http://www.kunstzeughaus.ch/

 

 

 

 

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